Smartphone vs Systemkamera – ein Vergleich (Gastbeitrag)

Smartphone vs Systemkamera – ein Vergleich (Gastbeitrag)

Kamera-Vergleich: Wie schneiden die besten Smartphone Kameras vs DSLR’s und Systemkameras ab?

Ein Gastbeitrag von Ferdinand – epicphoto.de
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Eines der wichtigsten Entscheidungskriterien beim Kauf von Smartphones ist heutzutage die Kamera. Bild- und Videoqualität von modernen Smartphones sind mittlerweile auf solch einem hohen Niveau angekommen, sodass die Spitzenmodelle mit größeren Sensoren besser als manche Kompaktkamera trumpfen. Doch sind die besten Smartphone-Kameras so gut, dass sie auch einer DSLR- und Systemkamera das Wasser reichen können? Ein Vergleich.

 

Quelle: https://unsplash.com/photos/pgXNerbrCg4

Spitzenmodelle unter den Smartphones

Um dies herauszufinden, habe ich mir die besten Smartphone-Kameras auf dem Markt angeschaut, für einen Vergleich einiger Modelle mit DSLR- und Systemkameras. Zu den Spitzenmodellen unter den Smartphones der aktuellen Generation zählen:

·     Samsung Galaxy S20 Ultra, 128 GB,1349€

·     iPhone 11 Pro, 256GB,1319€

·      Huawei P40 Pro, 256 GB, 999€

·     Oppo Find X2 Pro, 512 GB, 1199€

·     XIAOMI Mi 10 Pro, 256 GB,999€

Die Modelle zeichnen sich neben ihrer schnellen Performance, Full-HD-Plus-Auflösung und langen Akkulaufzeit, vor allem durch den großen Dynamikbereich der Kameras und einen schnellen Autofokus aus.

Bedingt durch das Design, besitzen nur wenige Smartphones ein Zoomobjektiv und stattdessen eine feste Brennweite. Deswegen werden in den besten Modellen mittlerweile Triple-Kameras mit unterschiedlichen Objektiven eingebaut. So befinden sich in den genannten Modellen zusätzlich zu dem Hauptsensor eine Ultraweitwinkelkamera und eine Telekamera. Um die optischen Nachteile zu System- und Spiegelreflexkameras auszugleichen, greifen die Smartphone-Hersteller auf künstliche Bokeh-Effekte, Nachtmodus, bessere Automatiken und Filter zurück.

Doch wie sieht die Performance der Smartphone-Kameras in der Praxis aus?

Vergleich: Samsung Galaxy S20 Ultra vs. Canon 70D

Der Tech-Blog Android Authority hat das derzeitige Samsung Flaggschiff Modell, das Galaxy S20 Ultra, einem Test unterzogen. Der Vergleich: das Smartphone im Detail vs die DSLR-Kamera Canon 70D und einem 18-55mm Objektiv. Die Canon-Kamera aus dem Jahr 2013 zählt zu den Mittelklasse DSLRs und liegt ungefähr im gleichen Preisrahmen wie das neue Samsung-Modell. Mehr Details zu dem Kamerabody der Canon DSLRs findest du im Spiegelreflexkamera Test bei epic photo.

Für den Vergleich wurden beide Testgeräte zunächst auf einem Stativ montiert und in den Automatik-Modus gesetzt. Dann wurde los fotografiert.

Beide Geräte produzieren unter den unterschiedlichsten Bedingungen sehr gute Fotos. Die Smartphone-Kamera kommt dabei qualitativ fast an die leistungsfähige DSLR heran. Das Smartphone liefert beeindruckende Ergebnisse, was auf die Bildverarbeitung zurückzuführen ist, die mit komplexen Algorithmen und künstlicher Intelligenz nach der Aufnahme arbeitet. Die Farben auf den Smartphone-Fotos wirken gesättigter, fast schon weniger realistisch, was nicht für jedes Foto von Vorteil ist. Auch der Bokeh-Effekt ist im Vergleich bei der Samsung-Kamera sehr viel kräftiger ausgeprägt, was wieder auf die künstliche Intelligenz zurückzuführen ist.

Vergleichstest iPhone 11 Pro vs. Canon 5D Mark IV

Das Fotografen-Team von Eichar Photography hat bei einem Fotoshooting das DSLR-Modell 5D Mark IV von Canon zum Test mit dem iPhone 11 Pro antreten lassen. Die DSLR überzeugt wie gewohnt mit sehr hochqualitativen Resultaten. Das iPhone 11 Pro kann fast an die Qualität von Canon anschließen und überrascht mit kristallklaren Fotos und einem angenehmen Bokeh-Effekt.

Jedoch kann man bei genauerem Betrachten sehen, dass das iPhone bei der Kantenerkennung nicht ganz so sauber und zuverlässig arbeitet wie eine professionelle Spiegelreflexkamera. Dies wird vor allem an den Stellen deutlich, wo das Gras zwischen Arm und Körper durchscheint und nicht den gewollten Bokeh-Effekt annimmt.

Ergebnisse der Kamera-Vergleiche

Es lässt sich erkennen, dass die Spitzenmodelle unter den Smartphones mit sauberen und schönen Fotos, von Schnappschüssen bis hin zu Porträtaufnahmen überzeugen und wahrliche Allroundtalente sind. Die Smartphone-Kameras bewegen sich auf hohem Niveau, überzeugen mit einem schnellen Fokus und passen sich an unterschiedliche Lichtverhältnisse automatisch an. Auch das Rauschen, was man von vielen älteren Smartphone-Modellen aus der Vergangenheit kennt, haben die Smartphone-Unternehmen durch einen speziellen Nachtfokus erfolgreich verbessern können.

Dennoch bleiben Qualitätsunterschiede im Vergleich zu DSLRs und Systemkameras bestehen. Smartphone-Kameras arbeiten nicht ganz so sauber und die hohe Farbsättigung ist Geschmackssache. Vor allem beim Zoomen kommen die Smartphones der aktuellen Generation an ihre Grenzen, da sich keinen stufenlosen Zoom besitzen und der Zoom-Sensor von Smartphones kleiner ist als der Hauptsensor. Das Arbeiten im manuellen Modus mit Blende und Belichtung ist bei Smartphones ebenso nur bedingt möglich. Nur wenige Smartphones ermöglichen Raw-Formate. Beim Galaxy S20 Ultra sind Raw Files möglich, das iPhone 11 Pro bietet diese Option nicht an.

Hier nochmals die Vor- und Nachteile von Smartphones gegenüber DSLR- und Systemkameras kompakt aufgelistet:

Vorteile:

·      Kompaktheit: Smartphones sind leicht, klein und unauffällig. Dies ist besonders für Streetfotografie von Vorteil.

·      Praktikabilität: Die beste Kamera ist die, die du dabei hast. Das Smartphone haben wir immer bei uns.

·      Zugriff: Fotos können mit weniger Aufwand direkt geteilt oder bearbeitet werden.

·      Ausgleich von Optik-Nachteilen: künstliche Unschärfe, Nachtmodus, bessere Automatiken und Filter.

Nachteile:

·      Schlechtere Bildqualität: Smartphones besitzen eine feste Brennweite und keinen stufenlosen Zoom. Sie zoomen digital, worunter die Bildqualität leidet.

·      Objektive: Triple-Kameras erreichen nicht die gleiche Qualität und Flexibilität wie die Wechselobjektive von DSLRs.

·      Settings: Smartphones haben nur eingeschränkte Möglichkeiten für manuellen Modus.

·      Raw-Format: Nur wenige Modelle bieten Fotos im Raw-Format.

der Vergleich – ein Fazit

Die Kameratechnik der modernen Smartphones hat mit Erfolg billige Kompaktkameras so gut wie abgelöst. Für Erinnerungsfotos im Urlaub muss heute niemand mehr zwingend eine Kompaktkamera mitnehmen. Bei der Schärfe, Flexibilität und dem Digitalzoom kann das Smartphone jedoch nicht mit der Performance einer Spiegelreflexkamera oder Systemkamera mithalten.

Die Frage, ob die Smartphone-Kamera die Systemkamera in bestimmten Situationen ablösen kann, wird durch die individuellen Präferenzen und Ansprüche jedes Einzelnen beantwortet. Hobbyfotografen, die den automatischen Settings der Smartphones vertrauen und auf den manuellen Modus der DSLR und den stufenlosen Zoom auch einmal verzichten können, die werden sich auch mit der Smartphone-Kamera zurechtfinden.

Wer jedoch Fotos mit bestmöglicher Qualität produzieren möchte, den sollte auch das Gewicht der DSLR- und Systemkameras nicht stören. Zahlreiche DSLR- und Systemkameras aus der Mittelklasse liegen in der gleichen Preisklasse wie die Smartphone-Spitzenmodelle.

Beim Vergleich von Smartphone-Kamera und DSLRs treffen die altbekannten Fotografie-Weisheiten zu: Selbst das teuerste Smartphone-Modell macht nicht automatisch gute Fotografen aus uns. Erfahrung und Kontrolle über das Equipment machen dagegen den Unterschied.

Aus meiner Sicht geht beim Fotografieren mit einem Smartphone auch ein Stück an Kreativität verloren. Mit einer Systemkamera oder DSLR-Kamera steht rein die Fotografie im Vordergrund und es leuchten zwischendurch keine Anrufe, Nachrichten oder News auf meinem Bildschirm auf. Ich wähle den Bildausschnitt und den passenden Modus bewusst. Dagegen gibt mir das Smartphone oftmals ein Schnappschuss-Feeling. Am Ende ist Fotografieren eben immer noch eine Kunst.

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