Inspiration: Kreativität fördern mit Langeweile – Gastbeitrag

Inspiration: Kreativität fördern mit Langeweile – Gastbeitrag

Über das “sich-nicht-langweilen-können” und warum man manche Dinge einfach nicht macht, obwohl sie auf der Hand liegen…

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Ein Gastbeitrag von LUMINOUS LUX

 

Selbstreflektion über die kreative Entwicklung

In letzter Zeit habe ich sehr viel über meine kreative Entwicklung nachgedacht. Was meinen Stil ausmacht, ob ich überhaupt einen habe, wie ich mich in den letzten Jahren weiterentwickelt habe, was sich verändert hat und was ich noch so verändern könnte.
Ich denke jeder, der auf seine alten Kreationen zurückschaut, denkt sich heute “Mensch, das hätte ich jetzt aber anders umgesetzt” oder “boah, was hab ich denn da für einen Mist fabriziert!”, aber auch Gedankengänge wie “oh, das war ja gar nicht mal so schlecht” oder “hm, das gefällt mir ja irgendwie immer noch sehr gut” kommen zum Vorschein. Selbstreflektion gehört zum Künstler-Dasein dazu.
Das kritische mit-sich-umgehen ist glaube ich etwas, was jeder Künstler für sich anders erlebt, je nach dem wie man tickt. Ich neige für mich beispielsweise dazu alles in Frage zu stellen, Optionen zu schnell zu verwerfen. So schnell, dass ich sie oft noch nicht mal ganz bewusst erlebe. Das ist mir in meinem Kreativ-Urlaub in Barcelona sehr stark aufgefallen.

Model: Robella / Foto: LUMINOUS LUX

Denkanstöße von Außen vs. “Kreativ Stöpsel”

Wenn man mit anderen Künstlern redet, über Ideen, Möglichkeiten, Gedankengänge, Gutes oder Schlechtes, Optionen und Denkanstöße, dann hatte ich bei manchen Dingen oft den Eindruck “hey, darüber hast du doch auch schon mal flüchtig nachgedacht” und nach dem Bruchteil einer Sekunde kam dann der nächste Gedanke “warum hast du das eigentlich nicht auch schon mal ausprobiert, wenn du da doch ebenfalls schon drüber nachgedacht hast?”
Kennt ihr solche Situationen? Ich finde es einfach mega schade, weil ich dadurch merke, wie viele Dinge mir einfach so durch die Lappen gehen. Ich glaube, dass die Fotografie heutzutage in gewissen Dingen festgefahren ist. Neue Sachen zu entwickeln ist natürlich nicht nur deswegen schwer, weil es schon so massig viel gibt. Man sagt ja nicht umsonst, dass man das Rad nicht mehr neu erfinden kann. Aber ich glaube auch, dass viele von uns Kreativköpfen einfach einen unbewussten “Kreativ-Stöpsel” entwickelt haben. Jedenfalls denke ich das von mir so.

Kreativurlaub in Barcelona mit tollen Menschen

Einfach mal langweilen!

Ich habe so viele Dinge in meinem Kopf: Abgaben, die ich einhalten muss; Texte, die ich für die Uni lesen muss; alltägliche Dinge, die ich erledigen muss. Nichts darf auf der Strecke bleiben, aber im Endeffekt bleiben doch Sachen auf der Strecke liegen, die mir teils gar nicht bewusst sind, weil sie einfach nie so weit in mein aktives Bewusstsein vorgedrungen sind.
Ich glaube, heutzutage ist es sehr wichtig, sich auch mal Ruhe zu gönnen. Bei einem Gespräch in unserem kleinen Urlaubsgrüppchen wurde in den Raum geworfen, dass wir heute gar nicht mehr wissen, wie man sich langweilt, weil unser Kopf einfach immer randvoll mit Dingen ist, die wir erledigen oder an die wir denken müssen. Dabei soll Langeweile, laut einer Studie, die Kreativität fördern und ich glaube das ist der Knackpunkt zum weiter oben beschriebenen Problem.

Model: Sandra Kelleter / Foto: LUMINOUS LUX

Man kann nicht immer auf Knopfdruck kreativ sein

Wenn man gestresst ist und der Kopf rand voll, dann ruht man sich auf seiner bekannten Umgebung aus. Der Drang zum Experimentieren wird weniger, weil man einfach nicht die Zeit dazu hat. Wenn man sich die Zeit dazu nimmt, dann hat man sich vielleicht 2 Stunden zum Experimentieren und Ausprobieren freigeschaufelt und setzt sich unter den Druck genau jetzt auf Knopfdruck kreativ zu sein.

Dass das nicht funktionieren kann, versteht sich in der Theorie von selbst, aber oft setzen wir uns dem in der Praxis dann doch aus und sind hinterher frustriert, dass wir nichts zustande gebracht haben.
Ich finde, die besten Ideen kommen immer dann, wenn man gerade mit etwas anderem beschäftigt ist oder abends im Bett liegt und zur Ruhe kommt.

Mittlerweile habe ich mir angewöhnt ein Notizbüchlein neben meinem Bett liegen zu haben, sodass ich meine Geistesblitze direkt festhalten kann. Leider schaffe ich es trotzdem nicht mich einfach mal hinzusetzen, den Kopf frei zu machen und nichts zu tun. Mich einfach zu langweilen.

 

Model: Sandra Kelleter / Foto: LUMINOUS LUX

Denk an 10 unmögliche Dinge!

Die Zeit läuft immer hinter einem her, als würde sie einem imaginär andauernd auf die Schulter tippen und eine Uhr vor die Nase halten, die gefühlt 10 mal so schnell läuft. Und so entgehen einem Tag für Tag gewisse Geistesblitze, die kurz im Bewusstsein aufflackern, aber dann doch im Gedanken-Nirvana verschwinden.

Und die Moral von der Geschicht’: Leute! Langweilt euch mehr! Lasst alles stehen und liegen! Gute Ideen kommen nun mal nicht auf Knopfdruck, sondern ungefragt, wenn der Kopf frei ist für Schabernack, Träumereien und Irrationales. Alice nahm sich vor dem Frühstück schon die Zeit, um an 10 unmögliche Dinge zu denken. Vielleicht sollten wir das auch, einfach um mal von unserem Alltag weg zu kommen, irrelevante Dinge in unser Bewusstsein zu lassen und die Kreativität anzukurbeln und, um im Endeffekt diese kleinen flackernden, unscheinbaren Geistesblitze zum Bleiben zu bewegen.

Eure Sarah

https://www.facebook.com/luminouslux.photoart

Titelbild: Rekii, Ninette & Cira / Foto: LUMINOUS LUX

3 Kommentare
  • Pingback:Kreative Fantasy Tage in Haselünne - Rekii Fotografie
    Erstellt um 13:25h, 28 April

    […] Name ist Sarah, oder mittlerweile aufgrund meines Künstlernamens LUMINOUS LUX auch liebevoll Lumi genannt, und bin Fotografin aus Leidenschaft, vorwiegend beruflich in der […]

  • Avatar
    Cora Hohlweck
    Erstellt um 11:14h, 04 April

    Ach Saaaraaaaah <3
    So kenn ich dich, immer im Stress, irgendwas mit der Uni steht immer an …. hihi.
    Ich finde du hast absolut recht! Und ich habe in den Ferien gemerkt, dass man auch gut mal mit sich allein sein kann, ja sogar sehr viel bewusster wieder zurück zu sich selbst findet, merkt was man fühlt und was man will… wo es hingehen soll.
    Auch im Alltag versuche ich bewusst, mir "nichtsmach"Tage einzubauen, wo man dann eben tut, worauf man gerade Lust hat.
    Die Idee mit dem Notizbuch find ich super!

  • Pingback:Greifvogel-Shootings (Gastbeitrag) - Rekii Fotografie
    Erstellt um 11:05h, 20 Januar

    […] Foto: Luminous Lux […]

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