Die Chance in der Krise

Die Chance in der Krise

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Kann eine Krise auch eine Chance sein?

Die Pandemie hat uns alle ziemlich raus gebracht aus unserem Alltag und uns psychisch und wirtschaftlich vor ganz neue Probleme gestellt. In diesem Beitrag geht es um die Wochen im Lockdown aus Sicht von uns selbstständigen Fotografen. Ihr bekommt einen kleinen Einblick in mein Leben der letzten Wochen, und meine CAC Kolleginnen Milena und Tanja haben auch ein paar Sätze dazu geschrieben. Macht euch also gefasst auf einen sehr persönlichen und ehrlichen Beitrag!

Auf einmal war alles anders

Mitte März: Ich hatte große Pläne! Das Shooting Special zusammen mit Lyonel in Wiesbaden war fest geplant, danach sollte es zu MysticMoments gehen für ein paar Tage. Dann wollte ich mich auf meine Vernissage im SeaLife Berlin vorbereiten, die Ende April stattfinden sollte.

Doch dann kam die Pandemie und damit war das alles hinfällig… Unzählige Shootings mussten verschoben werden, Hochzeiten für die ich gebucht war wurden abgesagt. Und dann sitzt man da, als selbstständige Fotografin: keine Aufträge, keine Einnahmen. Man entwickelt existenzielle Sorgen. Und auch privat fehlen auf einmal viele Dinge, auf die man sich gefreut hat. Man vermisst seine Freunde & Familie…

Wichtig zu erwähnen vielleicht noch: Ich verstehe die Maßnahmen der Regierung total und halte sie für sinnvoll. Dennoch sind sie für mich persönlich als Unternehmerin eine größere Bedrohung als das Virus selbst, zumindest empfinde ich es so. Da ich bisher weder selbst erkrankt bin noch jemanden kenne, der erkrankt ist. Das soll aber nicht heißen, dass es mir nichts wert ist, andere Leben zu schützen. Ich akzeptiere die Maßnahmen und halte mich daran. Nicht, dass ihr mich falsch versteht!

Es muss weiter gehen!

Ihr kennt mich ja schon ein bisschen: ich bin niemand der leicht aufgibt. Ich stecke nicht so schnell den Kopf in den Sand. Wenn etwas anders läuft als geplant, passe ich mich an und improvisiere. Das hab ich getan, und daraus sind tatsächlich auch viele gute Dinge entstanden! Ich hab die Chance genutzt! Auch wenn es emotional echt ein Auf und Ab war. Zwischendurch fühlte sich echt alles sinnlos an und mir fiel es schwer, mich zu motivieren. Aber jetzt, wo ich die ganzen letzten Wochen mal reflektiere, fällt mir auf, wie viel ich doch geschafft habe!

Neue Wege finden

Mich einfach meinem Schicksal zu ergeben kann für mich nicht in Frage. Zum Glück bekam ich von Anfang an auch ganz tolle Unterstützung! Meine lieben Kunden haben Gutscheine & Nachbestellungen gekauft um mir etwas unter die Arme zu greifen, dafür bin ich unendlich dankbar! Sascha von MysticMoments hat die Creative Art Conference ins Leben gerufen, wo ich einen Platz als Speaker bekam und eine kleine Gage. Das alleine ist schon einige riesige Chance für uns alle, mit allem was da noch kommt! Ich hätte nie gedacht, dass mir das so viel Spaß machen würde Vorträge zu halten!

“Kleinvieh macht auch Mist” sagt man ja und gerade uns kleinen Unternehmern fehlt gerade jeder Cent. Für die Soforthilfe war ich aufgrund meiner Rücklagen nicht qualifiziert. Auch wenn sie ursprünglich für andere Dinge gedacht waren, wie z.B. falls mal eine Kamera oder der PC kaputt geht, war ich jetzt sehr froh über den kleinen Puffer.

Ich habe super viele Kostüme aussortiert und verkauft, das hatte noch den positiven Nebeneffekt, dass ich etwas Platz schaffen konnte!

Aber das alles kann dennoch nicht die Einnahmen ersetzen, die mir in den nächsten Monaten fehlen werden. Außerdem wollte ich die Zeit, die ich jetzt hatte, sinnvoll nutzen. Denn am glücklichsten bin ich, wenn ich produktiv bin! Ich musste also was tun: Nicht nur gegen meine existenziellen Ängste sondern auch gegen meine aufkommende Traurigkeit.

Ein Schritt heraus aus der Komfortzone

Ich habe mich also entschlossen, die Chance zu nutzen und einen Schritt zu gehen, den ich schon lange vor mich her geschoben habe: ich habe mein erstes Videotraining produziert! Das war nicht einfach für mich und ein großer Schritt aus meiner Komfortzone heraus. Aber ich habs gepackt und ich bin auch ziemlich zufrieden und stolz! Darüber hinaus hab ich ganz tolles Feedback bekommen, was mich darin bestärkt, vielleicht noch mehr zu machen :)

Dann gab es noch weitere Bildbearbeitungs-Inhalte: meine Presets & mein Meerjungfrauen-Bearbeitungspaket!

Darüber hinaus hab ich ein kleines Make Up Booklet und mein großes #schöniselfie – Selbstportrait – Buch heraus gebracht mit vielen Tipps. Ich dachte mir nämlich auch: wenn ich gerade keine Shootings machen kann, wie kann ich meinen Kunden sonst was wertvolles von mir geben? Und so kam es zustande :)

Warum war das so schwer für mich und brauchte erst eine Pandemie, damit ich es mache? Ich bin eigentlich eher ein zurückhaltender Mensch und hab oft Sorge, mich zu sehr aufzudrängen. Und dann denke ich mir: es gibt soooo viele Künstler, die besser sind als ich, und schon Tutorials etc raus gebracht habe. Warum sollte das jemand von mir haben wollen? Hinzu kommt, dass ich mich vor allem noch nicht so wohl beim Sprechen vor der Kamera fühle… das ist etwas was ich tatsächlich jetzt viel geübt habe und so langsam wird es auch wirklich besser und ist nicht mehr so unangenehm für mich :) Und ich hab auch wirklich das Gefühl, dass ich Inhalte schaffen konnte, die anderen was geben können. Und dadurch fühle ich mich viel sicherer damit!

Was gab es noch?

Ich habe in Zusammenarbeit mit Nikon ziemlich viele Selbstportraits gemacht. Das hat mir mehr künstlerisch geholfen als finanziell, war aber auch wichtig, um meine Motivation & Kreativität aufrecht zu erhalten!

Außerdem habe ich ein paar neue Kostüme erschaffen und für meine Fundus Galerie neue Fotos gemacht!

Ich hatte sogar Zeit, mich ein wenig weiterzubilden :)

Darüber hinaus hatte ich auch mal wieder Zeit für andere Dinge: Ich hab viel Nintendo Switch gespielt, Sport gemacht, Netflix geschaut, gebastelt, aufgeräumt… das sind Dinge, die im normalen Alltag gerne mal zu kurz kommen und das hat mir auch richtig gut getan.

Und das alles hat mir dabei geholfen, diese Krise mehr oder weniger gut zu meistern! Ich muss keine Insolvenz anmelden, ich muss keine Therapie antreten, es kann weiter gehen! Das hab ich natürlich meinen vielen Unterstützern zu verdanken aber vor allem auch mir selbst.

Es ist wichtig, auch mal stolz auf sich zu sein!

Wie geht es weiter?

Für die Creative Art Community wird MysticMoments mit mir zusammen noch ein sehr umfangreiches Videotraining produzieren. Darauf bin ich schon sehr gespannt! Das wird definitiv nochmal eine Herausforderung für mich! Generell wird auf dem Kanal noch Einiges kommen, da darf man echt gespannt sein. Die nächste Conference ist übrigens für den 06. & 07.06. geplant!

Jetzt werde ich bald so langsam damit anfangen, meine Ersatztermine für Shootings zu koordinieren. Wann ich Neubuchungen annehmen kann weiß ich allerdings noch nicht, denn bereits gebuchte Shootings haben natürlich absolut Vorrang. Es wird also nochmal sehr spannend dieses Jahr!

Ich traue mich noch nicht, weit im Voraus zu planen. Wer weiß, was da noch kommt! Deshalb werde ich jetzt erstmal Monat für Monat planen und alles ein bisschen auf mich zukommen lassen. Wichtig ist mir jetzt erstmal, meine Kunden zu versorgen :)

Ich hab meine Kollegen gefragt: Wie habt ihr die Krise erlebt?

Tanja Brandt – Tierfotografin aus Grevenbroich

Zuerst war Corona ein riesen Schock. Alle Termine abgesagt, alle Messen – ja kurzum alle Einnahmen brachen mit einem Mal weg. Für mich umso schlimmer, da ich ja in 2019 durch den Unfall fast nur krank war. Und ich wollte in 2020 richtig durchstarten, um finanziell überleben zu können.

Ganz schnell habe ich aber für mich gemerkt, dass mir die Ruhe auch gut tut, dass sie mich runter bringt. Dass es irgendwie weiter geht – ich habe ja sowieso keine Ansprüche, außer dass die Tiere gut versorgt sind.

Meine Chance in der Krise: Endlich wieder mehr Zeit für mich und die Tiere und wieder weiterbilden.

Mehr Zeit fürs neue Buch – auch wenn die genialen Shootings abgesagt wurden und die Reisen nach Wien, Renesse, Holland…. Vielleicht bekomme ich den Vertrag für ein Fortsetzungsbuch :-) Zusammenfassend hat mich Corona dazu inspiriert, einiges umzustellen und daran plane ich nun gerade.

mehr unter:

https://www.ingoundelse.de/der-blog

https://www.facebook.com/Ingo-friends-694578027318679/

https://www.facebook.com/TierfotografieTanjaBrandt

http://www.ingoundelse.de/

https://instagram.com/tanja_brandt/

Photogravity Milena A.rt – Vintagefotografin aus Berlin

Die Krise kam für mich tatsächlich genau zu einer Zeit, in der ich mich eh komplett neustrukturieren musste – Studium und Nebengewerbe wird zum Fulltime-Traumjob. Verdammt dramatisches Timing und Verzweiflung vorprogrammiert, denkt ihr jetzt?

Hätte sicherlich so kommen können, aber ich habe unheimlich viele Menschen, die an mich und mein Tun glauben. Daher habe ich die Chance genutzt um mich weiterzubilden (das endet NIEMALS!), alte Hobbys neu zu entdecken, administrative Dinge für mein Unternehmen zu organisieren und Kraft und Ideen zu sammeln für eine Zukunft, die von 200% Kreativität und Begeisterung für mein Tun geprägt sein soll!

Also habe ich super viel online und via Telefon zu Freunden und Kollegen Kontakt gesucht (ein Glück haben wir heute diese Möglichkeiten!) und super viel für mich getan. #selfcare & #selflove

Die Hoffnung stirbt zuletzt und deshalb Maske auf und stark bleiben!

Mehr unter:

www.photogravity.berlin

www.facebook.com/PhotoGravityMilenaA.rt

www.instagram.com/photogravity_milenaart

Rekii – Selbstportrait
Bearbeitung: Reflection Design

Bleibt stark!

Wie habt ihr die Krise erlebt? Welche Folgen wird sie für euch noch haben? War sie für euch persönlich vielleicht auch eine Chance in manchen Dingen? Wie erhaltet ihr euch die Motivation & die positive Stimmung? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

Bleibt gesund und verliert nie den Glauben an euch selbst!

2 Kommentare
  • Pingback:Selbstbildnis im Lockdown - Rekii Fotografie Creative Art Community
    Erstellt um 09:00h, 17 Mai

    […] letzten Beitrag ging es um die Folgen der Pandemie für selbstständige Fotografen. Dabei habe ich ein Thema, welches für mich und viele Kollegen in den letzten Wochen zunehmend an […]

  • Avatar
    Julia
    Erstellt um 12:31h, 11 Mai

    Sehr schön geschrieben von Euch. Ich wünsche Euch alles Gute auf Eurem Weg durch diese Zeit und auch für alles kommende. Ich habe riesige Freude gehabt Euch auf der CAC zu erleben.
    Für mich ist der Lockdown eher ein Fiasko. Geplant war einiges nach dem BurnOut. Vor allem auf die Füße zu kommen und mich in der Fotografie/Bildbearbeitung vor zu kämpfen. Jetzt kämpfe ich jeden Tag um mein Kind. Meine Tochter wird bald 4 und soll bis zum 16.6. noch zu Hause bleiben. Jeder Tag mit Ihr zu Hause ist einer zuviel. Sie braucht Ihre Kinder und den Kindergarten wieder. Ewig basteln, Waldspaziergänge und Geschichten lesen ist auch nicht. Fernsehen bin ich kein Freund von. Man erfindet sich als Mutter jeden Tag neu. Aber es nimmt Kraft vor allem wenn sie weinend im Arm liegt weil Ihr Freunde und der arbeitende Papa fehlen.

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